Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen"
Erstellt am 26.10.2010, 17:40 Uhr von
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen []Geschrieben am 26.10.2010, 17:40 Uhr zitieren Regelverstoß melden
Wie steht Ihr zum Thema 'Bedingungsloses Grundeinkommen'?
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen [Klara...]Geschrieben am 27.10.2010, 11:23 Uhr zitieren Regelverstoß melden
Zunächst müsste man erstmal klären, was unter bedingungslosem Grundeinkommen zu verstehen ist:
Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) ist ein sozialpolitisches Finanztransfermodell, nach dem jeder Bürger unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage vom Staat eine gesetzlich festgelegte und für jeden gleiche finanzielle Zuwendung erhält, für die keine Gegenleistung erbracht werden muss ( Transferleistung ). Prinzipiell identisch zum „ Bürgergeld “, wird das BGE jedoch meist als Finanzleistung diskutiert, die bereits ohne weitere Einkommen oder bedingte Sozialhilfe existenzsichernd wäre. (Quelle: Wikipedia) Mir stellt sich die Frage, wie so eine Zuwendung finanziert werden soll? Überall wird der Gürtel enger geschnallt und ich glaube kaum, dass die Regierung bereit ist, einen Geldbetrag jedem Bürger zu zahlen, egal, welches Einkommen er hat. Sozialstaat hin oder her, solche Leistungen sollten nur jene bekommen, die wirklich darauf angewiesen sind. |
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen []Geschrieben am 27.10.2010, 12:39 Uhr zitieren Regelverstoß melden
Ich denke dass grundsätzlich die Begriffe bedingungslos und Sozialstaat schon nicht harmonieren.
Wenn ein Einkommen völlig bedingungslos bewährt wird muss dieses durch den Goldesel finanziert werden oder geht zu Lasten der Teile der Bevölkerung die in den Sozialtopf eingezahlt haben, was aber dann auch nicht als soziale Gerechtigkeit bezeichnet werden kann. Was jetzt nicht heißen soll dass ich mit unserer Sozialpolitik einverstanden bin!!! |
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen [Ralph...]Geschrieben am 27.10.2010, 14:09 Uhr zitieren Regelverstoß melden
Ich sehe es ähnlich wie Enja. Wie soll das denn finanziert werden? Außer durch einen Goldesel. Aber den gibts wohl nur im Land, in dem Milch und Honig fließt...Wie sollen dann Anreize geschaffen werden, ein produktives Mitglied der Gesellschaft zu sein. Wenn man sich heutzutage an Haupt- und Realschulen umhört, dann gehört "Alg II" schon zu den wünschenswerten Lebenszielen. Ich finde das beängstigend! Was sollte denn dafür sprechen?
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen [Sven Voigt]Geschrieben am 27.10.2010, 14:44 Uhr zitieren Regelverstoß melden
Halt ich nichts von. Ganz ehrlich, warum denn ? Ein gehalt ohne Gegenleistung, wo bleibt den da das Leistungsprinzip. Ich bekomm doch in der Schule auch nicht einfach eine Eins für bloße Anwesenheit. Man kanns auch übertreiben mit dem sozialen Unterstützungen. Ansonsten wird aus der sozialen Hängematte, irgendwann noch ein soziales Bett.
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen []Geschrieben am 27.10.2010, 16:34 Uhr zitieren Regelverstoß melden
Dazu sollte wohl erklärt werden, dass die Finanzierung des BGE aus einer sogenannten Konsumsteuer erfolgen müsste - was auch machbar ist; Diplom-Volkswirte haben bestätigt, dass es möglich und finanzierbar ist; nimmt man mal alle Steuern zusammen (die offenen, direkten, die indirekten, die versteckten), und rechnet diese auf eine Konsumsteuer um, wären die Staatseinnahmen trotzdem gesichert. In letzter Konsequenz gäbe es dann nur noch diese eine Konsumsteuer - womit dann jeder auch seinen Anteil an der Finanzierung leisten würde; es gäbe keine Sozialschmarotzer, denn auch die 'Faulen' müssen konsumieren.
Bei einer Befragung gaben 60 % an, trotz eines BGE weiterhin arbeiten zu wollen; 30 % gaben an, 'Ja, aber....', und lediglich 10 % würden sich auf die faule Haut legen - rechnet doch heute mal den prozentualen Anteil der 'Sozialschmarotzer' um - der liegt um einiges höher! Natürlich gäbe es dann auch keinerlei staatliche Unterstützung mehr - denn aus dem BGE kann und muss dann jeder sehen, wie er zurechtkommt. Denkt doch mal nicht darüber nach, wie es nicht geht - sondern, wie es wäre, wenn! |
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen []Geschrieben am 27.10.2010, 16:39 Uhr zitieren Regelverstoß melden
Thema Leistungsprinzip: Wenn man über ein BGE verfügt, kann man sich voll auf das konzentrieren, was man wirklich machen will - und da gibt es auch weiterhin genügend Leistungswillige, die einfach mehr haben wollen; man wäre nicht mehr Sklave des Lohnes ('hauptsache, einen Job'), sondern könnte seine Energie genau da einsetzen, wofür man sich wirklich interessiert, was einen fordert, was einem Freude bereitet.
Meines Erachtens würde die Leistung dadurch sogar gesteigert - denn die Leute, die einen jeweiligen Arbeitsplatz besetzen würden, würden dies ja tun, weil sie es wollen - nicht müssen...denk mal darüber nach. |
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen [Martin...]Geschrieben am 19.11.2010, 12:28 Uhr zitieren Regelverstoß melden
Ich finde Zaphod hat es in wenigen worten ganz gut beschrieben ...
und zum thema "gehalt ohne gegenleistung" bekommt man doch auch schon heute ... arbeitlosengeld und die viele andere staatlichen zuschüsse und sozialleistungen ist nichts anderes. Momentan finanzieren alle die arbeiten, auch die mit, die vielleicht keine lust haben zu arbeiten ... Das wäre in diesem fall sehr ungerecht ... aber nicht, wenn du das selbe "grundeinkommen" bekommst, wie jemand der nicht arbeiten will, plus dem gehalt, was du dir durch deine leistung erarbeitet hast. Das leistungsprinzip wie wir es jetzt haben, ist doch sowieso in einer kompletten schieflage ... oder will jemand behaupten, dass man automatisch in deutschland durch viel leistung auch viel bekommt und andersrum ??? Das leistungsprinzip wird durch die einführung eines "grundeinkommens" sogar erhöht und ergibt für viele neue chancen, sich selbst zu verwirklichen ... es würde ein neuer freiraum für innovativen entstehen und auch die möglichkeit für jeden etwas ganz neues zu versuchen ... Wer nicht arbeiten will, würde in diesem system in der lage sein, sich mit den grundgütern zu versorgen, aber niemals sogenannte "luxusgüter" anzuschaffen, auf die eine sehr hohe steuer erhoben wird. In anderen ländern gibt es zb. durch unterschiedliche steuerschlüssel auf konsumgüter bzw. luxusgüter gute bespiele ... in der türkei zb. bezahlt man für einen kleinwagen deutlich weniger steuern bzw. kostet dort ein kleinwagen in etwa soviel wie bei uns ... dagegen kostet durch die luxussteuer ein porsche fast das doppelte wie in deutschland ... (die menschen die dort aber das geld haben, kaufen sich trotzdem ihr persönliches statussymbol ... egal ob teurer oder nicht, seinen reichtum will man zeigen ; ) Alkohol und tabak ist ebenfalls mit einem deutlich höheren steuersatz belegt wie bei uns, für lebensmittel ist er aber wieder deutlich geringer. Vielleicht fehlt vielen noch die entsprechende vorstellung über ein system mit bedinungslosen grundeinkommen ... aber ich bin mir sicher, wenn man sich etwas mehr mit diesem thema beschäftigt, überwiegen die argumente, die dafür sprechen ... |
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen [Martin...]Geschrieben am 19.11.2010, 12:38 Uhr zitieren Regelverstoß meldenZitat von: Sven am 19.11.2010 12:38:34Halt ich nichts von. Ganz ehrlich, warum denn ? Ein gehalt ohne Gegenleistung, wo bleibt den da das Leistungsprinzip. Ich bekomm doch in der Schule auch nicht einfach eine Eins für bloße Anwesenheit. Man kanns auch übertreiben mit dem sozialen Unterstützungen. Ansonsten wird aus der sozialen Hängematte, irgendwann noch ein soziales Bett. Das beispiel mit der Schule hinkt ... du bekommst automatisch einen schulplatz und du bekommst für deine leistung auch eine note ... wie deine noten aussehen, hast du fast immer selbst in der hand ; o ) |
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen []Geschrieben am 22.11.2010, 12:19 Uhr zitieren Regelverstoß melden
Ich denke, die Krux bei der Sache ist die, dass sich kaum jemand bisher ernsthaft mit dieser Idee beschäftigt hat; denn wenn man das täte, sähe man deutlich, dass hier ein sehr guter Lösungsansatz für viele Probleme, vor allem sozialer, vorliegt!
Es gibt meines Wissens nur drei Parteien, die die Einführung eines BGE befürworten - die Linke, die Grünen und die Piratenpartei. (Ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Mit den bisherigen Regierungsparteien ist diesbezüglich wohl nicht zu rechnen - die begünstigen lieber weiterhin die Begüterten und 'die Wirtschaft' auf Kosten der Allgemeinheit... Wir brauchen also erstmal dringend einen Wechsel weg von Schwarz-Gelb...hin zu sozialem Ausgleich, nachhaltiger(!) Energiepolitik, Abschaffung sinnloser Subventionen, Schaffung sinnvoller Transferleistungen (BGE!), guter Bildung und gesunder Infrastruktur. |
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen [Martin...]Geschrieben am 26.11.2010, 9:45 Uhr zitieren Regelverstoß meldenZitat von: Zaphod am 26.11.2010 09:45:21Ich denke, die Krux bei der Sache ist die, dass sich kaum jemand bisher ernsthaft mit dieser Idee beschäftigt hat; denn wenn man das täte, sähe man deutlich, dass hier ein sehr guter Lösungsansatz für viele Probleme, vor allem sozialer, vorliegt! Es gibt meines Wissens nur drei Parteien, die die Einführung eines BGE befürworten - die Linke, die Grünen und die Piratenpartei. (Ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Mit den bisherigen Regierungsparteien ist diesbezüglich wohl nicht zu rechnen - die begünstigen lieber weiterhin die Begüterten und 'die Wirtschaft' auf Kosten der Allgemeinheit... Wir brauchen also erstmal dringend einen Wechsel weg von Schwarz-Gelb...hin zu sozialem Ausgleich, nachhaltiger(!) Energiepolitik, Abschaffung sinnloser Subventionen, Schaffung sinnvoller Transferleistungen (BGE!), guter Bildung und gesunder Infrastruktur. Ich denke, ein solches system lässt sich nur einführen, wenn alle EU staaten dies machen und natürlich eine entsprechend identische gesetzgebung existiert. |
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen [Reinhar...]Geschrieben am 20.12.2010, 10:02 Uhr zitieren Regelverstoß melden
Die eigentliche Frage ist doch, warum diese Idee zum bedingunsglosen Grundeinkommen überhaupt geboren wurde. Und wie eine Alternative aussehen könnte.
Hintergund zu diesem Einkommen sind doch mehrere Effekte. Der wichtigste ist wohl, das es in Zukunft nicht mehr genug Arbeit geben wird um ein Einkommen zu erzielen. DAS ist doch der eigentliche Grund! Nicht das irgendwelche Leute keine Lust mehr zum Arbeiten haben. Schaut man sich mal den Arbeitsmarkt an: Etwa 3 Mill. Arbeitssuchenden stehen 175000 offene Stellen gegenüber! Das ist doch kein Markt, wo Angebot und Nachfrage in einem gesunden Verhältnis stehen. Ein Markt funktioniert doch nur wenn Angebot und Nachfrage etwa im Gleichgewicht sind. Und warum ist dieser Markt aus den Fugen geraten: Weil die Produktivität in der Industrie in den letzten 30 Jahren so enorm gewachsen ist, das viel weniger Leute für immer mehr Leute Produkte herstellen können. Alles andere, was noch eine Rolle spielt, wie Produktionsauslagerungen oder Arbeitskräftezuwachs, verschleiern diese Grundtendenz nur. Allerdings gibt es auf der anderen Seite noch genügend Arbeit, die nur eben nicht gewinnbringend ist, wie Betreuung, Ehrenamt oder aktuell Schneeschieben. ![]() Tja und dann gibt es den Artikel 1 des GG: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und wer jetzt schon mal erlebt hat, wie mit den Menschen mitunter umgegangen wird, die kein Einkommen haben, dann ist das eben im Widerspruch zum Grundgesetz. Oder anders formuliert, dieser Anspruch, das nur Leuten, die Leistung bringen, auch ein Einkommen zusteht, ist verfassungswidrig, wenn nicht allen Leuten auch ein Arbeitsplatz gewährleistet werden kann. Im übrigen ist das Recht auf Arbeit, ein Menschenrecht, nach Art. 23, der allg. Erklärung der Menschenrechte: Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit. Insofern ist das bedingungslose Grundeinkommen eigentlich zwingend erforderlich, um überhaupt diese Gesellschaft in der Zukunft noch zu erhalten. Jedenfalls wenn man den Anspruch an die Menschenwürde und die Menschenrechte hat. Alternativ wäre allerdings auch ein sozialistisches System denkbar, indem die Produktivität soweit gesenkt wird, das alle Menschen Arbeit haben. Nur fürchte ich, das es für diese Idee noch weit weniger Interessenten gibt, als für das bedingungslose Grundeinkommen. ![]() Also, Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Krankengeld, Kindergeld, Renten und Steuervorteile ersetzen durch ein Grundeinkommen und Finanzierung dieses Einkommens über eine gestaffelte Konsumsteuer. Schon weil dadurch etliche Ämter abgeschafft werden, glaube ich allerdings nicht an die Einführung dieses Systems. Und vor allem glaube ich nicht daran, weil diese enorme gesellschaftliche Änderung einen gewissen Anspruch an Intelligenz hat. Und an die Bereitschaft bei etwas mitzumachen. Beides Eigenschaften, die im deutschen Volk nicht besonders ausgeprägt sind. Da lebt man lieber weiter so, wie man es kennt, und hofft das es einen selber nicht erwischt. |
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen [Mark...]Geschrieben am 20.12.2010, 12:02 Uhr zitieren Regelverstoß melden
Ich versteh nicht ganz inwieweit ein bedingungsloses Grundeinkommen, dem Art. 23 gerecht wird. Dieses Grundeinkommen sichert ja nicht Arbeit, sondern nur ein Einkommen, die Menschen die es empfangen sind weiterhin arbeitslos, oder hab ich das falsch verstanden ?
Was denn Arbeitsmarkt angeht. Ja, er ist nicht im Gleichgewicht, aber das sind etliche andere Märkte auch. Es gibt in der Realität fast keinen Markt, der dem ökonomischen Modell indem Angebot und Nachfrage im völligen Gleichgewicht stehen, entspricht. Das ist ein vereinfachtes Modell um Prognosen treffen zu können und Mechnismen zu erklären, d.h. noch lange nicht das es 1:1 mit der Realität in Einklang steht. Die Arbeistlosigkeit rührt hauptsächlich aus höherer Technisierung und Abwanderung vieler Unternehmen in Billiglohnländer, sowie in der Erhöhung des Renteneintrittsalters. Würde man beispielweise das Renteneintrittalter senken würde die Masse der Menschen im berufstätigen Alter automatisch sinken. Natürlich würde das kosten, aber ein bedingungloses Grundgehalt kostet auch. Für mich daher eine Senkung des Rentenalters die ökonomisch, sowie sozial sinnvollere Alternative. Der Effekt ist, dass Arbeitsplätze frei werden, wer Arbeit will bekommt nun auch welche, somit ist Art. 23 wieder gewährt, und zwar so, wie er meiner Meinung nach gedacht ist. Vielleicht sollte sich die Politik auch mal überlegen wie man gute Anreize schafft um Unternehmen daran zu hindern ihre Produktion ins billige Ausland zu verlagern. Schafft auch wieder Arbeitsplätze. Den Arbeitsmarkt mittels geeigneter Politinstrumente näher ans Ideal zu verlagern sollte ein Ziel sein, nicht dauernd soziale Reformen, die nichts verbessern, sondern nur Löcher stopfen. |
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen [Reinhar...]Geschrieben am 3.1.2011, 9:35 Uhr zitieren Regelverstoß melden
Hallo Mark,
also nach Götz W. Werner entfällt mit dem bedingungslosen Grundeinkommen ja nicht die Arbeit, sondern man kann Arbeiten auch machen, wenn sie schlecht entlohnt werden. Das hört sich erstmal komisch an, so nach dem Motto, wenn ich Geld umsonst bekomme, warum soll ich dann noch arbeiten? Und dann geistert immer das Bild vom Schmarotzer, der bis Mittag pennt und den Rest des Tages versäuft, im Hinterund herum. Nur ist das nicht der "normale" Mensch. Richard David Precht hat mal (sinngemäß) geschrieben: "Der Mensch will ja nicht nur etwas haben, er will ja auch etwas tun und etwas sein". Und genau darauf zielt auch dieses Grundeinkommen. Ich kann mir die Arbeit aussuchen. Und dabei Kriterien berücksichtigen ob eine Arbeit meinen Ansprüchen gerecht wird, oder ob sie notwendig ist oder ob die Arbeit anerkannt wird. Die Probleme bei der "Arbeit", die Du genannt hast, sind ja ökonomisch bedingt. Also Arbeiten, die z.B. woanders billiger gemacht werden können, werden ausgelagert. Oder, was noch "schlimmer" ist, Arbeiten, die zu teuer sind (wie z.B. in der Pflege) werden gar nicht mehr gemacht, weil man die Alten nicht einfach auslagern kann. Das könnte man ändern. Ich könnte also einem Näher für sagen wir mal 100 € "Lohn" Unterhosen nähen lassen, wenn ihm der Job Spaß macht, weil er ja eigentlich das Geld zum Leben hat und nur etwas sinnvolles machen würde, wofür er dann auch noch zusätzlich Geld bekommt. Wenn die Umsatzsteuer auf die Unterhose jetzt gestaffelt wird, so das man für eine Unterhose aus Bangladesch genauso viel bezahlt, wie für eine aus Deutschland, dann haben wir wieder Arbeitsplätze. Also ich finde das genial. Oder der Pfleger. Die Pflegeheime könnten für relativ wenig Geld ausreichend Leute bekommen, wenn man die Pflegekräfte nicht so gnadenlos verschleißen würde. Nach einer Woche Urlaub freue ich mich jedenfalls wieder auf meinen Job und meine Kollegen. Und würde auch bei einem Grundeinkommen weiter arbeiten, genau wie ein Arbeitskollege, der schon Rentner ist und trotzdem noch weiter arbeitet, nicht weil er das Geld braucht (er hat bloß einen Enkel), sondern weil er über die Arbeit seinen Selbstwert definiert. |
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen [Mark...]Geschrieben am 3.1.2011, 11:24 Uhr zitieren Regelverstoß melden
Hallo Reinhard,
also soweit ich das verstanden habe sieht das bedingungslose Grundeinkommen vor, den Menschen einen gewissen Standard zu sichern. Somit können diese sich dann eine Arbeit suchen, die Ihnen Spaß macht, und müssen dabei nicht nach dem Gehalt/ Lohn entscheiden ? Denkst du nicht, dass es dabei wieder sehr viele geben, die das ausnutzen und sich halt nicht um Arbeit kümmern. Es gibt immerhin auch genügend Philosophen, die den Menschen als ausbeuterisch und egoistisch chrakterisiert haben. Was deiner Annahme entgegnen würde. |
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