Alain: Die Macht des Vergessens
24.04.2009, 10:04 Uhr | in Religion und Philosophie | 1 Kommentar
(Philosoph und Schriftsteller)
….Die Veränderung ist die Denkweise des Praktikers. Ein Theoretiker würde sich darauf nicht verlassen, denn in seinen Augen sind Gewohnheiten und Laster eines Menschen etwas tief in ihm fest Eingegrabenes. Die Denkweise der Naturwissenschaft auch auf den Menschen übertragend, gelten ihm dessen Eigenschaften als ebenso unveränderlich wie die Eigenschaften von Eisen und Schwefel. Ich dagegen glaube, dass uns unsere Tugenden und Laster in den meisten Fällen ebenso äußerlich sind, wie es die Natur des Eisen äußerlich ist, geschmiedet zu werden, oder der des Schwefels, zur Herstellung von Streichhölzern und Schießpulver zu dienen. … In jeder Leidenschaft gibt es eine Portion Eigensinn, vor allem aber einen verhängnisvollen Irrtum: wir halten uns nicht mehr für frei. … Diese Illusion – denn dafür halte ich sie – ist natürlich; von dem, was einem fehlt, macht man sich ein falsches Bild. … Die Gewohnheit ist eine Art Idol, das Macht hat durch unseren Gehorsam; und was uns hier täuscht, ist unser Denken; denn was uns nicht möglich ist, zu denken, halten wir auch nicht für möglich, zu tun. Die Einbildungskraft regiert die menschlichen Verhältnisse, nur weil sie sich nicht von den Gewohnheiten frei machen kann; die Einbildungskraft ist nämlich unerfinderich; erfinderich ist allein die Aktion.
Zum besseren Verständnis:
Bsp. 1
Gewohnheit: Der Trinker kann sich ein Leben ohne Trinken nicht vorstellen -er trinkt weiter
Aktion: Er hört auf mit trinken und genießt ein trockenes gesundes Leben
Bsp. 2
Gewohnheit: Mir hat Käse noch nie geschmeckt – also brauch ich den gar nicht kosten
Aktion: Ich koste doch und stelle fest das mir einige von den 100erten Sorten die es gibt an Käse doch schmecken.
Bsp. 3
Gewohnheit: Das war schon immer so, das kann ich nicht - es bleibt wie es ist
Aktion: Mut zum Lernen – Veränderung des ‚Immer‘
M.M. - Natürlich sind Gewohnheiten nicht unbedingt schlechtes. Geben Sie einen doch auch Sicherheit da sie oft mit Regeln des miteinander verknüpft sind. Doch Gewohnheiten die einem selbst und anderen schaden - sollte man als intelligenter Mensch auf geben; zu besseren wandeln. Für sich selbst ; für Andere. Das bedarf Mut … und auch der Mensch der Feigheit nicht mag wird sich eingestehen müssen dass diesen Mut aufzubringen schwer ist und man vielleicht sogar Hilfe braucht. Viele scheinen dazu gar nicht in der Lage. Was jeder damit selbst verpasst … ???
Einige haben das Lebensmotto „Leb dein Leben so als wäre jeder Tag der letzte“ das das nicht geht erklärt sich selbst, da sie mit ihren Gewohnheiten eben diesem Motto im Weg stehen. Oder wer will seinen letzten Tag am Rechner verbringen um von fremden Leuten „angestupst“ werden?
Die Unehrlichkeit in/auf Plattformen
23.04.2009, 09:04 Uhr | in Religion und Philosophie | 6 Kommentare
Wo fängt sie an - wo hört es auf. Ist es doch nur eine Ebene in dem Mann wie auch Frau sich versuchen zu bewerben. Egal ob es für eine zukünftige Beziehung gedacht ist oder nur für Freundschaften. Selbst Menschen die im Profil stehen haben -‚gebunden‘ -versuchen über ihre Aussagen doch nur den momentanen „Marktwert“ auszuloten. Man schaut ob die eigene Welt mit der da ‚draußen‘ noch übereinstimmt. Liegt man im Trend?
Real betrachtet ist es doch traurig das man in heutiger Zeit nicht mehr einfach rausgehen kann und mit Menschen offen ins Gespräch kommt. Auf der einen Seite fehlen das Geld und die Zeit. Aber auf der anderen Seite macht sich doch keiner mehr die Mühe einen Menschen kennenzulernen. Ein Jeder hat doch Angst in Verpflichtungen, die Freundschaften mit sich bringen, zu rutschen. Sind wir doch heute Alle mit Verpflichtungen zugeschüttet. So eine Plattform macht es einfacher zu selektieren mit diesem Menschen auf der anderen Seite passt das Profil und es ist mir ernst und den anderen kann ich im Notfall ganz einfach auf die Ignorier- Liste setzen ohne die Gefahr einzugehen das ich mich erklären muss.
Eigentlich ist das ganze was so eine Plattform bietet sehr widersprüchlich.
Versucht man doch aus seinen eigenen 4 Wänden auszubrechen um damit ehrliche verbindliche Zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen. Doch in Wahrheit bricht man nicht aus. Man sitzt allein an seinem Computer und führt hier Freundschaftslisten mit Menschen die Hunderte Kilometer entfernt wohnen. Können die Freunde sein? Ich verbinde mit Freundschaft etwas anderes. Nicht nur das gute Verstehen. Nicht das einmalige Treffen.
Das man über diese Form eine große Liebe finden kann weiß ich aus eigener Erfahrung. Und doch steht vorher der gute Verkauf des eigenen Selbst. Aber ist es doch immer gelogen. Fotos sind Schnappschüsse. Eine Sekunde in einem Leben die nicht wiederholbar ist. Kein wirkliches Abbild einer Person. Nur unterstützend für eine Vorstellung des Gegenüber, die man über notierte Aussagen versucht zu beeinflussen.
Doch was spricht das Gegenüber an? Heute muss alles laut, grell und modern sein.
Mein Profil.
Natürlich habe ich ein schönes Foto genommen. Steckt doch auch nur der Wunsch dahinter immer so auszusehen, immer zu gefallen. Die Realität ist anders. Oft fehlt die Zeit sich auf schön zu trimmen. Der letzte Friseurbesuch liegt Monate zurück. Die Augenringe zeugen von einer durchwachten Nacht am Kinderbett. Das will doch keiner sehen. Wenn ich sage das ich nun das 8 Jahr zu Hause bin und H4 beziehe. Welchen Eindruck hinterlässt das. Bin ich faul oder macht man sich wirklich Gedanken darüber -warum ist das so. Nein das ist langweilig. Um bei einem Bsp. zu bleiben steht in einem Profil leitende Angestellte… dann ist das doch schon interessanter. Man fragt nach welcher Branche – möglichweise sogar nur um Kontakte der Kategorie Vitamin B zu knüpfen. Ist es dann nur die „leitende Angestellte eines -kleinen Familienunternehmens-„ stellt sich die Frage war es Lüge oder steckt ein Mensch dahinter der Humor hat.
Ich kann sagen das mein Profil möglicherweise in der gerafften Version meines ‚Ichs ‚ mehr verspricht als was es im Alltag rüberkommen würde. Von außen betrachtet mach ich doch jeden Tag das gleiche. Kinder, Haushalt, Arbeitssuche … Wie langweilig oder doch interessant?
Wie koordiniert handelt der Mensch?
22.04.2009, 14:04 Uhr | in Religion und Philosophie | kein Kommentar
Ich selbst gehöre wohl weniger zu den Menschen die ihr Leben oder ihr Handeln Planvoll angehen. Auch wenn man mir nach sagt Situationen in ihrem Zusammenhang schnell zu erkennen und entsprechend zu handeln. Aber das sagen die anderen. Und darum geht es auch nicht. Ich stand letztens am Fenster denn ich kucke gern aus dem Fenster. (Ich denke ich werde auch eine von diesen „auf dem Fensterbrett ein Kissen liegenden darauf stützenden und gaffenden“ Alten werden)
Es regnet. Und das nicht zu wenig. Ein Auto parkt ein. Eine Frau – schick zurecht gemacht- steigt aus. Bis dahin alles normal. Doch folgendes hat mich hinsichtlich des Wetters irritiert.
Ihr erster Weg war hinten um das Auto rum zur Beifahrer-(!)-tür um ihre Tasche zu holen. Diese tat sie dann auf den Rücksitz der Beifahrerseite um vorne ums Auto herum zum Rücksitz Fahrerseite zu gelangen um dort ihre Jacke zu holen. Danach lief sie wiederum vorne um das Fahrzeug um ihre Tasche zu holen. Danach versuchte sie den Kofferraum zu öffnen, was wohl nicht ging, um dann wieder vor zur Fahrertür zu gehen um diesen wohl zu entriegeln was auch immer. Zurück zum Kofferraum aus dem sie etwas holte das sie auf den Rücksitz Beifahrerseite brachte um dann zurück zum Kofferraum…und es sei noch mal erwähnt es regnete die ganze Zeit…zu gehen um dann endlich einen Regenschirm in der Hand zu halten. Sie schloss das Auto ab ging wiederrum einmal komplett herum um zu überprüfen ob auch wirklich alle Türen zu und sicher verschlossen sind. Dann endlich öffnete sie den Schirm…
Ich wohne in der 4 Etage und ich habe einen Augenfehler bei dem ich nicht wirklich scharf sehen kann und trotzdem könnte ich schwören… den Schirm hätte sie nicht mehr gebraucht… hin ist eben hin. Bis hier hin völlig doof…
Aber vielleicht war dieser Dame auch das Wetter und ihr Aussehen völlig egal und die Türen ihres Wagens und den Schirm öffnete sie nur aus einem vorhandenden Respekt vor Dingen die eine Aufgabe erfüllen. Und dann empfand ich ihr Tun sehr koordiniert. Mit diesem Gedanken hatte sie meinen Respekt.
Ein reger Gedankenaustausch und ein Gespräch beruht immer auf Gegenseitigkeit
21.04.2009, 20:04 Uhr | in Religion und Philosophie | 1 Kommentar
Das funktioniert so. Der eine denkt was und spricht dann sogar genau das aus und der andere hört zu – hier im Falle liest- denkt auch und sagt dann was zurück….usw. 
Stellt sich doch die Frage warum es so schwer ist seinen Gedanken einfach freien Lauf zu lassen. Ist es die Angst sich lächerlich zu machen. Einen dummen Gedanken von sich geben. Etwas Falsches zu sagen. Wobei ich immer der Meinung bin das man in dem Fall nichts Falsches gesagt hat sondern nur das Thema verfehlt hat… Aussagen passen immer irgendwo. Vielleicht sind es auch Quergedanken die ihre Berechtigung haben aufzutreten. Leider gibt sich heute kaum noch jemand Mühe darüber weiter nachzudenken. Es wird als falsch abgetan. Sind es doch nicht aber die Quergedanken die den Weg finden, den Kompromiss schließen und die Welt grauer als schwarz/ weiß zeichnen?
Auch gibt es viele Dinge die der Mensch als Unwichtig darüber nachzudenken abtut. Natürlich kann ein ständiges Nachdenken über Menschen, ihr Tun und Handeln auch anstrengend sein…Und Gedankenlosigkeit ein sehr viel einfacheres Leben bescheren. Aber mir macht es Spaß meine grauen Zellen zu benutzen. Selbst wenn es mich dahin bringt mit Depressionen umgehen zu müssen.
Erst gestern sah ich die Werbung für Deutschländer (Die Würstchen sind bekannt?)Da wird gefragt warum sie so heißen – die Antwort: Weil da das Beste aus Deutschland zusammen kommt. Und dann wird unter anderem aufgezählt das Knackige der ‚Wiener‘ – Folgedanken bei mir: Ist die Wiener nach der Stadt benannt? Und wenn es denn so ist – ist dann diese Werbung nicht national sozialistisch angehaucht?
…
Worauf ich hinaus will. Ich hätte auch einfach google‘n können und das Thema ganz schnell abtun. Auch hätte ich gar nicht darüber nachdenken brauchen …weil es niemanden etwas bringt und auch nichts verändert solange ich dies nur allein denke.
