DIE KIRCHE

04.07.2008, 01:07 Uhr | in News und Politik | 1 Kommentar



...die grandiosen Regeln der katholischen
 Kirche drängen nicht umsonst die Brasilianer dazu
Verhütung als sündiges Werk des Teufels zu sehen,
denn die weißen Amerikaner brauchen nach wie vor
Arbeitssklaven, die  ihre Atomkraftwerke betreiben
und Straßen für Greyhound zu bauen...

Die Schwarzen haben sich befreit
wenn sie in die USA verschifft wurden.
Die Mexikaner wissen vielleicht was sie tun
wenn sie zu diesen Sklaventreibern in die Arme
laufen, sich hingeben, oder sogar dafür töten..

Amen, die 10 Gebote bleiben..?!
und Steinigungen, und Attentäter
und Rachsucht, und die Ideotie

Einen Gott zu verehren

und sich wegen Rieten
zu bekriegen?

~@||<

[lesen]

Mindestlohn

24.06.2008, 07:06 Uhr | in Das Leben | 1 Kommentar

Brich je ein Zwölftel deines Lebens
und verteile es auf die Stunden..
verkaufe es an die Taglöhner,
die dein Tagwerk belohnen wollen!

verschenke nicht:
Deinen Geist
Deine Neugierde
Deinen Mut
Deine Kraft
Deine Ängste
Deine Wünsche
Deine Liebe
Deine Sorgen
Deinen Charakter
Deinen Selbstrespekt
Deine Moral
Deine Not


Verkaufe sie!
..wenn es sein muss an die Popstars
dieser Welt!

und hoffe auf den Mindestlohn!

[lesen]

Nachschattengewächs e

06.05.2008, 02:05 Uhr | in Quiz/Gewinnspiele | kein Kommentar

Nachtschattengewächs

Gedankengedicht zum Thema Vergessen
von hier klicken naik.

Im Schatten des Mondlichts
Blüht eine zierliche Blume
Vergessen vom Tag

Am Silber des Mondlichts
Nur dürftig sich labend
Verstoßen von dem der sie mag

Am Rande des Kraters
Stehen die Schatten
Sie schweigend umkreisend
Wie brennendes Eis

Vergessen von der Liebe des Vaters
Umzingelt und einsam
Sich selber umkreisend
Vergisst die Blume was sie weiß

Die Schatten sich nähernd
Verschlingen die Liebe
Gerfrieren die Tränen zu Eis

Sie langsam durchbohrend
Zerstören die Blume
Rauben den sonnigen Tag

[lesen]

TABZTHEATER IM NACHTWIND

05.03.2008, 13:03 Uhr | in Das Leben | kein Kommentar

Spielend wirbelt schwarzes Blei
mit roten Kohlen durch den Bauch
rasend wild in heißem Schrei
leicht sich kräuselnd fast wie Rauch

steigt nach oben in den Kopf
wo es mir den Geist erfriert
stechend heiß nach gestern tropft
und ständig um Dein Bild rotiert

langsam ziehn Erinnerungsfäden
schmelzen tropfend Wort um Wort

zartes Flüstern, große Reden
kringeln sich von hier nach Dort

Angst und Liebe, Wut und Trauer
Zärtlichkeit und Akzeptanz
Zuversicht und Mitgefühl
vergessen sich im wirren Tanz

[lesen]

Endgültig

16.02.2008, 01:02 Uhr | in Das Leben | kein Kommentar

...unumstößlich, auf jeden Fall eintretend und unabänderbar!

[lesen]

Bookcrossingguerilla s

15.02.2008, 18:02 Uhr | in Fun | kein Kommentar

Wenn es etwas gibt, worum ich meine Mama beneide und was ich auch mal haben will, dann ist es ihre Bibliothek! Sie hat ganz klassisch die Hälfte ihrer Wohnzimmerwände mit Büchern "tapeziert" und ich finde das einfach klasse! Ich sammel auch schon fleissig die Bücher, die ich gerne auch ein zweite, drittes, oder fünftes mal lesen würde, aber für alle Anderen gibt es ja zum Glück www.bookcrossing.com !!!
Wer das nicht kennt: Bookcrossing ist DIE Schatzsuchercommunity für alle die gern lesen. Einmal angemeldet bekommt man für jedes dort registrierte Buch eine ein-eindeutige BCID (BookCrossing-Identification-Number) und kann bescheid sagen, wann man ein buch, wo in die "Wildnis" entlässt, oder wann man welches Buch gefunden hat... Die Comunity agiert weltweit und ist wahrscheinlich der größte Feind aller Druckereien. denn wenn ich etwas Zeit hab, schaue ich einfach mal, ob in naher Zukunft in erreichbarer Nähe ein Buch ausgesetzt wird und wenn mich der Titel anspricht hole ich es mir, lese es und setze es wieder aus! Somit müssen die armen Bücher nicht in dunklen Schränken vor sich hin modern und der geneigte Sucher und Leser spart eine Menge Geld. Aber das schönste an einer solchen Aktion sind die Gesichter der Kinder und Eltern, wenn man in ein gerappelt volles Ball-Spiel-Dings bei McDonalds geht, darin ein Buch vergräbt und wortlos wieder abzieht! Ich liebe es!
So be aware of crossing books!
...und wenn ihr eins findet: Aufschlagen, ins Internet gehen; www.bookcrossing.com und die vermerkte BCID angeben und sehen woher es kommt....

[lesen]

Steppenwölfe

15.02.2008, 04:02 Uhr | in Das Leben | kein Kommentar

Es war einmal einer namens Harry, genannt der Steppenwolf. Er ging
auf zwei Beinen, trug Kleider und war ein Mensch, aber eigentlich war er
doch eben ein Steppenwolf. Er hatte vieles von dem gelernt, was
Menschen mit gutem Verstande lernen können, und war ein ziemlich
kluger Mann. Was er aber nicht gelernt hatte, war dies: mit sich und
seinem Leben zufrieden zu sein. Dies konnte er nicht, er war ein
unzufriedener Mensch. Das kam wahrscheinlich daher, daß er im Grunde
seines Herzens jederzeit wußte (oder zu wissen glaubte), daß er
eigentlich gar kein Mensch, sondern ein Wolf aus der Steppe sei. Es
mögen sich kluge Menschen darüber streiten, ob er nun wirklich ein Wolf
war, ob er einmal, vielleicht schon vor seiner Geburt, aus einem Wolf in
einen Menschen verzaubert worden war oder ob er als Mensch geboren,
aber mit der Seele eines Steppenwolfes begabt und von ihr besessen
war oder aber ob dieser Glaube, daß er eigentlich ein Wolf sei, bloß eine
Einbildung oder Krankheit von ihm war. Zum Beispiel wäre es ja möglich, daß dieser Mensch etwa in seiner Kindheit wild und unbändig und unordentlich war, daß seine Erzieher versucht hatten, die Bestie in ihm totzukriegen, und ihm gerade dadurch die Einbildung und den Glauben schufen, daß er in der Tat eigentlich eine Bestie sei, nur mit einem dünnen Überzug von Erziehung und Menschentum darüber. Man könnte hierüber lang und unterhaltend sprechen und sogar Bücher darüber schreiben; dem Steppenwolf aber wäre damit nicht gedient, denn für ihn war es ganz einerlei, ob der Wolf in ihn hineingehext oder -geprügelt oder aber nur eine Einbildung seiner Seele sei. Was andre darüber denken mochten und auch was er selbst darüber denken mochte, das war für ihn nichts wert, das holte den Wolf doch nicht aus ihm heraus.
Der Steppenwolf hatte also zwei Naturen, eine menschliche und eine
wölfische, dies war sein Schicksal, und es mag wohl sein, daß dies
Schicksal kein so besonderes und seltenes war. Es sollen schon viele
Menschen gesehen worden sein, welche viel vom Hund oder vom Fuchs,
vom Fisch oder von der Schlange in sich hatten, ohne daß sie darum
besondre Schwierigkeiten gehabt hätten. Bei diesen Menschen lebte
eben der Mensch und der Fuchs, der Mensch und der Fisch
nebeneinander her, und keiner tat dem ändern weh, einer half sogar dem
ändern, und in manchem Manne, der es weit gebracht hat und beneidet
wird, war es mehr der Fuchs oder Affe als der Mensch, der sein Glück
gemacht hat. Dies ist ja jedermann bekannt. Bei Harry hingegen war es
anders, in ihm liefen Mensch und Wolf nicht nebeneinander her, und
noch viel weniger halfen sie einander, sondern sie lagen in ständiger
Todfeindschaft gegeneinander, und einer lebte dem ändern lediglich zu
Leide, und wenn Zwei in Einem Blut und Einer Seele miteinander todfeind sind, dann ist das ein übles Leben. Nun, jeder hat sein Los, und leicht ist keines. Bei unsrem Steppenwolfe nun war es so, daß er in seinem Gefühl zwar bald als Wolf, bald als Mensch lebte, wie es bei allen Mischwesen der Fall ist, daß aber, wenn er Wolf war, der Mensch in ihm stets zuschauend, urteilend und richtend auf der Lauer lag — und in den
Zeiten, wo er Mensch war, tat der Wolf ebenso. Zum Beispiel, wenn
Harry als Mensch einen schönen Gedanken hatte, eine feine, edle
Empfindung fühlte oder eine sogenannte gute Tat verrichtete, dann
bleckte der Wolf in ihm die Zähne und lachte und zeigte ihm mit blutigem
Hohn, wie lächerlich dieses ganze edle Theater einem Steppentier zu
Gesicht stehe, einem Wolf, der ja in seinem Herzen ganz genau darüber
Bescheid wußte, was ihm behage, nämlich einsam durch Steppen zu
traben, zuzeiten Blut zu saufen oder eine Wölfin zu jagen, — und, vom
Wolf aus gesehen, wurde dann jede menschliche Handlung schauerlich
komisch und verlegen, dumm und eitel. Aber ganz ebenso war es, wenn
Harry sich als Wolf fühlte und benahm, wenn er andern die Zähne zeigte,
wenn er Haß und Todfeindschaft gegen alle Menschen und ihre
verlogenen und entarteten Manieren und Sitten fühlte. Dann nämlich lag
das Menschenteil in ihm auf der Lauer, beobachtete den Wolf, nannte ihn
Vieh und Bestie und verdarb und vergällte ihm alle Freude an seinem
einfachen, gesunden und wilden Wolfswesen.
So war dies mit dem Steppenwolf beschaffen, und man kann sich
vorstellen, daß Harry nicht gerade ein angenehmes und glückliches
Leben hatte. Doch soll damit nicht gesagt sein, daß er in ganz
besonderem Grade unglücklich gewesen sei (obwohl es ihm selber
allerdings so erschien, wie denn jeder Mensch die ihm zufallenden
Leiden für die größten hält). Man sollte das von keinem Menschen
sagen. Auch wer keinen Wolf in sich hat, braucht darum nicht glücklich
zu sein. Und auch das unglücklichste Leben hat seine Sonnenstunden
und seine kleinen Glücksblumen zwischen dem Sand und Gestein. So
war es denn auch bei dem Steppenwolf. Er war meistens sehr
unglücklich, das ist nicht zu leugnen, und unglücklich konnte er auch
andre machen, nämlich wenn er sie liebte und sie ihn. Denn alle, die ihn
lieb gewannen, sahen immer nur die eine Seite in ihm. Manche liebten
ihn als einen feinen, klugen und eigenartigen Menschen und waren dann
entsetzt und enttäuscht, wenn sie plötzlich den Wolf in ihm entdecken
mußten. Und das mußten sie, denn Harry wollte, wie jedes Wesen, als
Ganzes geliebt werden und konnte darum gerade vor denen, an deren
Liebe ihm viel gelegen war, den Wolf nicht verbergen und weglügen. Es
gab aber auch solche, die gerade den Wolf in ihm liebten, gerade das
Freie, Wilde, Unzähmbare, Gefährliche und Starke, und diesen wieder
war es dann außerordentlich enttäuschend und jämmerlich, wenn
plötzlich der wilde, böse Wolf auch noch ein Mensch war, auch noch
Sehnsucht nach Güte und Zartheit in sich hatte, auch noch Mozart
hören, Verse lesen und Menschheitsideale haben wollte. Gerade diese
waren meistens besonders enttäuscht und böse, und so brachte der
Steppenwolf seine eigene Doppeltheit und Zwiespältigkeit auch in alle
fremden Schicksale hinein, die er berührte.
Wer nun aber meint, den Steppenwolf zu kennen und sein klägliches,
zerrissenes Leben sich vorstellen zu können, der ist dennoch im Irrtum,
er weiß noch lange nicht alles. Er weiß nicht, daß es (wie keine Regel
ohne Ausnahme und wie ein einziger Sünder unter Umständen Gott
lieber ist als neunundneunzig Gerechte) — daß es bei Harry immerhin
auch Ausnahmen und Glücksfälle gab, daß er zuweilen den Wolf,
zuweilen den Menschen auch rein und ungestört in sich atmen, denken
und fühlen konnte, ja, daß beide manchmal, in sehr seltenen Stunden,
Frieden schlossen und einander zu Liebe lebten, so daß nicht bloß der eine schlief, während der andre wachte, sondern beide einander stärkten und jeder den andern verdoppelte. Auch im Leben dieses Mannes schien, wie überall in der Welt, zuweilen alles Gewohnte, Alltägliche, Erkannte und Regelmäßige bloß den Zweck zu haben, hie und da eine sekundenkurze Pause zu erleben, durchbrochen zu werden und
dem Außerordentlichen, dem Wunder, der Gnade Platz zu machen. Ob nun diese kurzen, seltenen Glücksstunden das schlimme Los des Steppenwolfes ausglichen und milderten, so daß Glück und Leid sich schließlich die Waage hielten, oder ob vielleicht sogar das
kurze, aber starke Glück jener wenigen Stunden alles Leid aufsog und ein Plus ergab, das ist nun wieder eine Frage, über welche müßige Leute nach Belieben brüten mögen.
Auch der Wolf brütete oft darüber, und das waren seine müßigen und unnützen Tage.
Hierzu muß eines noch gesagt werden. Es gibt ziemlich viele Menschen von ähnlicher Art, wie Harry einer war, viele Künstler namentlich gehören dieser Art an. Diese Menschen haben alle zwei Seelen, zwei Wesen in sich, in ihnen ist Göttliches und Teuflisches, ist mütterliches und väterliches Blut, ist Glücksfähigkeit und Leidensfähigkeit
ebenso feindlich und verworren neben und ineinander vorhanden, wie Wolf und Mensch in Harry es waren. Und diese Menschen, deren Leben ein sehr unruhiges ist, erleben zuweilen in ihren seltenen Glücksaugenblicken so Starkes und unnennbar Schönes, der
Schaum des Augenblicksglückes spritzt zuweilen so hoch und blendend über das Meer des Leides hinaus, daß dies kurze aufleuchtende Glück ausstrahlend auch andere berührt und bezaubert. So entstehen, als kostbarer flüchtiger Glücksschaum über dem Meer des Leides, alle jene Kunstwerke, in welchen ein einzelner leidender Mensch sich
für eine Stunde so hoch über sein eigenes Schicksal erhob, daß sein Glück wie ein Stern strahlt und allen denen, die es sehen, wie etwas Ewiges und wie ihr eigener Glückstraum erscheint. Alle diese Menschen, mögen ihre Taten und Werke heißen wie sie wollen, haben eigentlich überhaupt kein Leben, das heißt, ihr Leben ist kein Sein, hat keine
Gestalt, sie sind nicht Helden oder Künstler oder Denker in der Art, wie andere Richter, Ärzte, Schuhmacher oder Lehrer sind, sondern ihr Leben ist eine ewige, leidvolle Bewegung und Brandung, ist unglücklich und schmerzvoll zerrissen und ist schauerlich und sinnlos, sobald man den Sinn nicht in ebenjenen seltenen Erlebnissen, Taten, Gedanken und Werken zu sehen bereit ist, die über dem Chaos eines solchen Lebens
aufstrahlen. Unter den Menschen dieser Art ist der gefährliche und schreckliche Gedanke entstanden, daß vielleicht das ganze Menschenleben nur ein arger Irrtum, eine heftige und mißglückte Fehlgeburt der Urmutter, ein wilder und grausig fehlgeschlagener
Versuch der Natur sei. Unter ihnen ist aber auch der andere Gedanke entstanden, daß der Mensch vielleicht nicht bloß ein halbwegs vernünftiges Tier, sondern ein Götterkind und zur Unsterblichkeit bestimmt sei.
Jede Menschenart hat ihre Kennzeichen, ihre Signaturen, jede hat ihre Tugenden und Laster, jede ihre Todsünde. Es gehörte zu den Zeichen des Steppenwolfes, daß er ein Abendmensch war. Der Morgen war für ihn eine schlimme Tageszeit, die er fürchtete und die ihm niemals Gutes gebracht hat. Nie ist er an irgendeinem Morgen seines Lebens richtig froh gewesen, nie hat er in den Stunden vor Mittag Gutes getan, gute Einfälle gehabt, sich und anderen Freude bereiten können. Erst im Laufe des Nachmittags wurde er langsam warm und lebendig, und erst gegen Abend wurde er, an seinen guten Tagen, fruchtbar, regsam und zuweilen glühend und freudig. Damit hing auch sein Bedürfnis nach Einsamkeit und nach Unabhängigkeit zusammen. Nie hat ein Mensch ein tieferes,
leidenschaftlicheres Bedürfnis nach Unabhängigkeit gehabt als er. In seiner Jugendzeit, als er noch arm war und Muhe hatte, sein Brot zu verdienen, zog er es vor, zu hungern und in zerrissenen Kleidern zu gehen, nur um dafür ein Stückchen Unabhängigkeit zu retten. Er hat sich nie für Geld und Wohlleben, nie an Frauen oder an Mächtige verkauft und hat hundertmal das, was in aller Welt Augen sein Vorteil und Glück war, weggeworfen und ausgeschlagen, um dafür seine Freiheit zu bewahren. Keine Vorstellung war ihm verhaßter und grauenhafter als die, daß er ein Amt ausüben, eine Tages und Jahreseinteilung innehalten, anderen gehorchen müßte.
Ein Bureau, eine Kanzlei, eine Amtsstube, das war ihm verhaßt wie der
Tod, und das Entsetzlichste, was er im Traum erleben konnte, war die
Gefangenschaft in einer Kaserne. All diesen Verhältnissen wußte er sich
zu entziehen, oft unter großen Opfern. Hierin lag seine Stärke und
Tugend, hier war er unbeugsam und unbestechlich, hier war sein
Charakter fest und gradlinig. Allein mit dieser Tugend hing wieder sein
Leid und Schicksal aufs engste zusammen. Es ging ihm, wie es allen
ergeht: was er, aus einem innersten Trieb seines Wesens, aufs
hartnäckigste suchte und anstrebte, das ward ihm zuteil, aber mehr als
für Menschen gut ist. Es wurde anfänglich sein Traum und Glück, dann
sein bittres Schicksal. Der Machtmensch geht an der Macht zugrunde,
der Geldmensch am Geld, der Unterwürfige am Dienen, der Lustsucher
an der Lust. Und so ging der Steppenwolf an seiner Unabhängigkeit
zugrunde. Er erreichte sein Ziel, er wurde immer unabhängiger, niemand
hatte ihm zu befehlen, nach niemandem hatte er sich zu richten, frei und
allein bestimmte er über sein Tun und Lassen. Denn jeder starke Mensch
erreicht unfehlbar das, was ein wirklicher Trieb ihn suchen heißt. Aber
mitten in der erreichten Freiheit nahm Harry plötzlich wahr, daß seine
Freiheit ein Tod war, daß er allein stand, daß die Welt ihn auf eine
unheimliche Weise in Ruhe ließ, daß die Menschen ihn nichts mehr
angingen, ja er selbst sich nicht, daß er in einer immer dünner und
dünner werdenden Luft von Beziehungslosigkeit und Vereinsamung
langsam erstickte. Denn nun stand es so, daß Alleinsein und
Unabhängigkeit nicht mehr sein Wunsch und Ziel war, sondern sein Los,
seine Verurteilung, daß der Zauberwunsch getan und nicht mehr
zurückzunehmen war, daß es nichts mehr half, wenn er voll Sehnsucht
und guten Willens die Arme ausstreckte und zu Bindung und
Gemeinsamkeit bereit war: man ließ ihn jetzt allein. Dabei war er nicht
etwa verhaßt und den Menschen zuwider. Im Gegenteil, er hatte sehr
viele Freunde. Viele hatten ihn gern. Aber es war immer nur Sympathie
und Freundlichkeit, was er fand, man lud ihn ein, man beschenkte ihn,
schrieb ihm nette Briefe, aber nahe an ihn heran kam niemand, Bindung
entstand nirgends, sein Leben zu teilen war niemand gewillt und fähig. Es umgab ihn jetzt die Luft der Einsamen, eine stille Atmosphäre, ein
Weggleiten der Umwelt, eine Unfähigkeit zu Beziehungen, gegen welche
kein Wille und keine Sehnsucht etwas vermochte. Dies war eins der
wichtigen Kennzeichen seines Lebens. [...]

aus H. Hesse "der Steppenwolf

[lesen]

Inselstaaten in deutschen Großstädten...

10.02.2008, 18:02 Uhr | in News und Politik | kein Kommentar

"Berlin. Mit seinem Vorschlag für türkischsprachige Schulen und Universitäten in Deutschland hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vor allem in der Union für Entrüstung gesorgt. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) rief die türkischen Zuwanderer auf, sich selbst mehr um die Eingliederung in die deutsche Gesellschaft zu bemühen. CSU-Chef Erwin Huber bezeichnete die Überlegungen des türkischen Regierungschefs als "Gift für die Integration". Auch Politiker der SPD sowie der Philologenverband wiesen sie zurück.Schäuble sagte im RBB-Inforadio, die türkischen Einwanderer sollten "sich nicht in die eigene türkische Welt zurückziehen", sondern dafür sorgen, dass sie selbst und ihre Kinder die deutsche Sprache lernen. Huber warnte in der "Bild am Sonntag", rein türkischsprachige Bildungseinrichtungen würden zur Ghetto-Bildung führen. Folge wäre eine "Klein-Türkei in Deutschland". Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) bezeichnete die Idee als "indiskutabel". Auf diese Weise würde die "Verharrung in türkischen Lebensmilieus" nur noch weiter zementiert. Die türkischstämmige SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün sagte der "Frankfurter Rundschau" (Samstag): "Ich will nicht, dass die Kinder körperlich hier sind und geistig und seelisch in der Türkei." Der Philologenverband sprach von einem "absolut falschen Ansatz"." lvz 10.02.2008

Hier sieht man doch mal wieder ganz deutlich, wie die deutsch Politik sich einlullen lässt. Klar sind die Meinungen zu diesem Vorschlag durchweg negativ zitiert, aber schon alleine die Tatsache, dass ein so absolut indiskutabler Vorschlag eine solche Welle an Statements und Medienberichten zu Tage fördert, lässt mich aufhorchen. Sitzen da nicht grade irgendwo in einer Sozialbauwohnung drei türkischstämmige Halbstarke zusammen und beschweren sich darüber, dass die fiesen Deutschen ihnen diese Chance nicht zu gestehen wollen?
Mir klingt noch genau der gebrochen arabische Satz  "Halt doch die Fresse, scheiß Deutscher!" in den Ohren der, tausendfach in den Medien zitiert, leider viel zu viele Gutgläubige erreicht hat, die sich in ihrer Existenz bedroht fühlen und jetzt die Npd wählen werden um ihr Land und ihre Kultur, das einzige was ihnen nach jahrelanger Arbeitslosigkeit noch an Identifikationspunkten bleibt, zu schützen!
So entstehen mal wieder ein paar mehr die wunderbar ins Feindbild der Integrationsresistenten passen!
Und auch wen solche Schulen auf staatlicher Ebene eine Utopie bleiben, wie ich hoffe, so ist doch schon die bloße Diskussion Brennstoff in den  Händen all jener,die sich missverstanden und  - ob zu Recht oder nicht - von den Integrationsbemühungen ausgeschlossen fühlen. Erst Recht bei denen, die sich diesen Bemühen gänzlich verschließen, weil sie schon so lange sie in Deutschland leben mit dem Kopf in der Türkei sind. Diese finden sich mit gleichgesinnten Russlanddeutschen und enttäuschten Auswanderen aus den östlichen Randgebieten Europas schon jetzt in den Getthos Deutscher Großstädte zusammen, bilden Parallelgesellschaften und verfolgen jedes Wort der Integrationsdebatte mit spitzen Ohren und dem Wunsch nach Reibungsfläche um sich daran zu entzünden.
Ich habe keinen Geheimtipp zu dem Thema, sonst wäre ich schon längst bei Frau Merkel gewesen damit, aber wenn es so weitergeht brauchen wiruns nicht zu wundern, wenn es bei uns bald so aussieht wie in Frankreich letztes und vorletztes Jahr!

[lesen]

Ein Traum

07.02.2008, 18:02 Uhr | in Allgemeines | kein Kommentar

Vor mir öffnete sich eine weite Waldlandschaft mit vereinzelten Wiesen , aus denen in der Morgendämmerung ein seidiger Nebel aufstieg. Mit einem Schritt durchmaß ich die Wand und, wie mir schien, eine halbe Ewigkeit. Weit und breit war nichts zu sehen und zu hören was auf die Anwesenheit des ehemals hier liegenden Grostadtgartens schließen ließ. Nur ein paar Vögel und der Wind nahmen der Szene etwas von der stillen Schwermut eines romantischen Gemäldes und die Tatsache, dass absolut nichts auf die Anwesenheit irgendwelcher Menschen schließen ließ, aber all das konnte meine Beklemmung kaum schmälern. Ich ging an einem kleinen Bach entlang und wurde mir bewusst, dass er direkt in unser Haus fließen müsste, aber es wunderte ich nicht, dass ich es bei einem Blick zurück nicht mehr finden konnte. Rings um mich her erstreckte sich nur diese Landschaft, in deren zwielichtigem Leuchten etwas zu gleich Anmutiges und Düsteres lag, was ich absolut nicht einordnen konnte. Nachdem ich einigen Biegungen des sehr stillen Bächleins gefolgt war, stand ich vor einem riesigen Ahornbaum, dessen Stamm offensichtlich mehr als zwei Meter Durchmesser hatte und dessen Krone so weit in den Himmel stand, dass ich meinen Nacken nicht weit genug beugen konnte um sie ab zu messen. Ich hatte noch nie einen derartig riesigen Baum gesehen und war voller Ehrfurcht und Staunen wohl schon einige Minuten wie angewurzelt, als sich dieses seltsame Gefühl einstellte, als würde ich beobachtet. Dieses leichte stechen im Rücken,  wenn fremde Blicke einen trafen. Ich sah mich um und konnte bis auf ein paar Glühwürmchen nichts weiter entdecken, als mich plötzlich ein warmer Hauch streifte und etwas, das sich am besten als halbdurchsichtige, grün-bläulich leuchtende Kutsche beschreiben ließ vor die eine gewaltige Libelle gespannt war, durch mich hindurch und direkt auf den Baum zu und schließlich scheinbar in ihn hinein glitt...
 

[lesen]

Gebete

05.02.2008, 02:02 Uhr | in Das Leben | 1 Kommentar

Neulich fragte mich ein Bekannter, warum Menschen zu Gott beten und ihn lobpreisen. Er meinte sie tun das nicht um ihm zu sagen wie toll er ist, denn das wüsste er selbst, nein sie täten es weil sie dankbar sind für das was sie bekommen...
Ich glaube sie sind dankbar, dass sie nicht zerquetscht werden! Sie beten zu Gott, weil sie Angst haben, weil sie sogar Angst haben wollen...

[lesen]