Ich

Eintrag vom 09.04.2009

Im März 74 tobte der Vietnamkrieg. Eine thailändische Krankenschwester bekam ein Kind von einem amerikanischen Bomberpiloten. Kurz vor der geburt wurde ihr mitgeteilt, daß er abgestürzt und wahrscheinlich tot.

1985 verläßt sie thailand um in deutschland ein neues Leben anzufangen, heiratet wird wieder Mutter. Ihre tochter läßt sie zurück bei der Oma. Die Kleine nennt man Luk ferang ( Ausländerkind) . sie hat nur wenige freunde.

1990 geht auch die Oma nach Deutschland.  Mit gerade mal 16 muß die Tochter alleine klarkommen. Sie geht nach Bangkok, lernt einen Polizisten kennen. Die Beziehung scheitert an seiner Untreue. Auch spätere Beziehungen scheitern.

1997 hält sie es nicht mehr aus und will nach Deutschland. Ihre Mutter vermittelt ihr einen Kontakt zu einem Mann der sie in Thailand besucht, um sie kennenzulernen.

Sie verliebt sich in den mehr als doppelt so alten Mann und er heiratet sie nachdem beide drei wochen Urlaub gemacht haben  und sie ihn erst einladen mußte zum S.. , denn er wollte sie nicht damit überfallen.

Nachdem die Hochzeit legalisiert wurde reiste ich im sommer 1998 nach Deutschland  und kehrte nie wieder in meine Heimat zurück. Wir fuhren an viele Orte in Europa, meist mit der Vespa und es waren die besten Jahre meines Lebens.

Dank seiner guten Rente brauchten wir uns keine Sorgen um Geld zu machen und lebten nur in den Tag, denn wir wußten, daß uns nur wenige jahre blieben.

Seine Frau hatte sich 1997 scheiden lassen nachdem bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert wurde. Er bereitete sich auf ein langsames, qualvolles Sterben vor. Er hatte oft starke Schmerzen, aber er wollte nicht einfach so sterben ohne was zu hinterlassen.

Er hatte keine Kinder, weil er und seine frau beschlossen hatten zu reisen. Mit dem Motorrad fuhren sie durch ganz europa, nun konnte er die schwere Maschine nicht mehr halten. Er kaufte sich einen gebrauchten Roller und fand bald Anschluß an ein paar Gleichgesinnte, die mit ihm auf treffen fuhren. Ich fand das toll und fuhr gerne mit. Heute überlege ich, ob ich den Führerschein machen soll, denn ich würde gern weiter mitfahren, aber dann kann ich meinen Sohn nicht mitnehmen und mit dem Auto ist es öde.

Ich wünsche mir für die Zukunft jemand, der ähnliche Interessen hat, aber das ist schon viel verlangt. Aber ich probiere es.

 

 

 

 

 


Ein Kommentar

  1. Petra Dürrschnabel schrieb am 05.06.2009, 00:47 Uhr

    Du bist eine tolle Frau. Leider hast du kein Bild, aber ich bin auch nicht darauf aus, denn ich bin selbst eine Hetrofrau, auch wenn ich nicht danach aussehe. Ich finde deine Geschichte spannend und würde gern mehr erfahren.